Gaelic Sports für Frauen mit den Cologne Celtics

Bei den Cologne Celtics legt unser Verein großen Wert darauf, erfolgreiche Männer- und Frauenteams aufzubauen.

Unsere Frauenabteilung hat in den letzten Jahren ein unglaubliches Wachstum erlebt, und wir haben gesehen, dass sich die harte Arbeit mit Siegen beim Sebastian Rießbeck Cup 2021 und dem Turnier in Darmstadt auszahlt. Wir sind jedoch immer aktiv auf der Suche nach weiteren Spielerinnen und Mitgliedern.

In diesem Artikel beschreiben unsere Damenbeauftragte Lea und der neu hinzugekommene Gaelic Football star Ammi, wie sie unseren Sport betreiben. Wenn du eine neue Sportart im Raum Köln ausprobieren möchtest und mehr über uns erfahren willst, zögere nicht, uns direkt zu kontaktieren. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Spieler/Innen und Mitgliedern, unabhängig vom Erfahrungsstand.

Gaelic Sports for Women with the Cologne Celtics GAA Club

At the Cologne Celtics GAA Club, we place great emphasis on building successful men’s and women’s teams.

Our ladies section has experienced incredible growth in the past couple of years, and we have seen the hard work pay off with victories in the 2021 Sebastian Rießbeck Cup, and the Darmstadt Tournament earlier this year. However, we are always actively looking to bring in more players and more members.

In this article, our Ladies‘ officer, Lea and a more recent arrival, star Gaelic footballer, Ammi, describe playing our sports. If you’re looking to learn a new sport in the Cologne area and want to get to know more about us, please do not hesitate to contact us directly. We are always looking for new players and members regardless of experience levels.


Lea Janßen beschreibt Camogie (DE)

Von Camogie hatte ich bis zu meinem 18. Lebensjahr weder etwas gehört noch etwas gesehen. Nach dem Abitur zog ich für ein Jahr nach Irland, um im County Laois als Au Pair zu arbeiten. Dort lebte ich gegenüber des örtlichen GAA Clubs und sah fortan die SportlerInnen regelmäßig beim Spielen. Auch meine Gastmutter war eine begeisterte Camogiespielerin in ihrer Jugend gewesen und ihre Hurleys auf der Veranda zogen meinen Blick immer wieder auf sich. 2017 verschlug es mich erneut nach Irland, diesmal zu einem Auslandssemester ans UCC in Cork. Aber auch dort bewunderte ich Camogie nur aus der Ferne. Über diese Beobachtungen ging es nicht hinaus, bis ich schließlich 2019 den Cologne Celtics beitrat. Hier gab ich Camogie die erste richtige Chance und begann selbst zu spielen. Seitdem habe ich nicht mehr aufgehört.

A video describing how camogie is played.

Nach und nach wurden mir die vielen Facetten von Camogie bewusst, so verschieden voneinander wie Tag und Nacht. Auf der einen Seite sind da das Fingerspitzengefühl und der klare Instinkt, die nötig sind, um den Ball zu fangen und zu werfen und den Schläger in der genau richtigen Art und Weise zu halten. Nur Sekunden später wird die volle Kraft des gesamten Körpers gebraucht, um den Sliotar gezielt, aber mit vollem Einsatz über das Feld zu schlagen. Die kleinen und die großen Bewegungen liegen so nah und in so kurzer Zeit eng beieinander.

Camogie zu spielen und das Equipment gebrauchen zu lernen war mitunter anfangs sehr frustrierend. Aber die zahllosen Schwünge mit dem Hurley, die den Sliotar nicht oder falsch trafen, sollten nicht umsonst gewesen sein. Sie ließen es mich, ganz im Gegenteil, nur noch ambitionierter versuchen, in der schieren Hoffnung, besser zu werden und die nötigen Skills zu lernen. Bald schon hatte ich den Bogen raus, es machte Klick in meinem Kopf und die ersten Schläge saßen richtig. Mit jedem neuen Versuch funktionierte es besser und der Instinkt dafür, wie es richtig gemacht wird, stellte sich ein: wie der Ball auf die richtige Höhe hochgeworfen werden muss, so dass der Hurley trifft und der Sliotar durch die Luft zischt. Der Triumph, als ich die Energie des Schwungs übersetzt in den Sliotar wahrzunehmen begann, so getroffen, dass er in einem ausgezeichneten Bogen über das Feld fliegt, es in den Armen zu spüren und das mehr und mehr vertraut werdende Geräusch des richtig getroffenen Sliothars wurde hypnotisierend. Ich muss noch viel lernen und trainieren, Enttäuschungen sind nach wie vor Teil des Prozesses, aber die Erfolge stellen sich immer häufiger ein. Nie habe ich zuvor Frustration und Triumph so nah zusammen erlebt. 

Our camogie team before the start of the German Cup Final 2021.

Ähnlich starke Ambiguität zeigt sich, wenn man auf die Geschichte der Sportart blickt. Obwohl Camogie, spezifisch für Frauen, recht jung ist, gehen die Wurzeln der Sportart, vor allem des Hurling als Äquivalent für Männer, zurück auf das 7./8. Jahrhundert, sehr prominent in den literarischen Spuren der Abschriften des 11. und 12. Jahrhunderts von Werken wie dem Táin Bó Cailgne. Doch trotz der langen Geschichte dieser Art von Ballsport bleibt die Zeit nicht stehen, der Sport entwickelt sich und geht mit der Zeit. Die neuesten Beispiele dafür sind die monumentalen Regeländerungen im Camogie aus den letzten Jahren, vor allem 2021. Dies zeigt in der bestmöglichen Weise, das alt und neu nebeneinander existieren können und dass der Prozess der immerwährenden Neuerungen nicht endet, auch wenn er manchmal langsam daherkommt.

Camogie star: Ashling Thompson teaches professional lacrosse player, Taylor Cummings how to play camogie.

Im Endeffekt zeigt all das für mich die Kraft von Camogie (und natürlich auch Hurling), die Vermischung von großer und kleiner Bewegung, von Frustration und Triumph, alt und neu – in einem großen Ganzen. Für mich als Spielerin, besonders in diesen unsteten Zeiten, hat Camogie in all seiner Einzigartigkeit die Macht mich aus dunklen Löchern zu ziehen. Es erfordert Fertigkeiten auf vielen verschiedenen Ebenen. Und als eine Person, die niemals zuvor einen Teamsport gespielt hat, hat es mich gelehrt zu vertrauen, auf mich und andere. Denn ich bin nicht allein auf dem Feld: ich bin Teil eines Teams – eines Teams, das zusammen gewinnt und zusammen verliert, aber vor allen Dingen zusammen weitermacht.


Lea Janssen describes Camogie (EN)

I had neither seen nor heard of Camogie until I was 18. When I was an Au pair in Co. Laois in 2011 and 2012, I lived across the street from the local GAA pitch, and right from the beginning, the hurleys on the porch of our house caught my eye. The first few swings happened there and then. But it did not go any further until 2019 when I joined the Cologne Celtics GAA, where I gave Camogie the first real try and learned what this sport is all about. I have not stopped since.

At first glance, there are such divergent sides to the nature of Camogie, different to each other, like day and night. One moment, there is the sure instinct you need to catch, throw, and handle the sliotar with hand and hurley. A second later, you need the full might of your whole body to strike the sliotar, though with precision, with full effort across the pitch. The small and the large movements are very close together.

Our Ladies before their matches in Den Haag.

Learning to play Camogie and getting familiar with the equipment can sometimes be very frustrating. But the countless swings of the hurley that make no contact with the sliotar shouldn’t put you off. If anything, the frustration kept me going in the sheer hope that there was a way for me to ace these skills. Soon things clicked in my head, and the first few successful hits happened.

With every try, one develops more and more a feeling of how to throw up the ball to the correct height and then swing the hurley to make contact with the sliotar and have it soar through the air. The triumph when feeling the energy of the swing getting translated to the sliotar, hitting it perfectly, so it does a nice arc over the field, feeling it in the arms and hearing it being hit right is mesmerising. I still have to learn and train a lot, disappointment is still part of it, but successful actions happen more often. Never have I felt frustration and triumph so close together.

Similarly, when it comes to the age of the game. Though as a game specifically for women relatively young, the ancestral roots of its sibling sport Hurling go back to the 7th and 8th centuries AD, very well-known especially through its literary traces in 11th and 12th centuries recensions like the Táin Bó Cailgne. But despite the ancient origins of the sport, it has proved to have the ability to evolve and “go with the time”, the newest examples being the monumental rule changes for Camogie in 2021. This shows best that old and new can exist together, and the renewal process doesn’t end, even if it sometimes comes a bit slow.

Camogie All-Ireland Final 2021 – Cork v Galway

In the end, it shows the power of the sport to merge big and small, frustration and triumph, old and new into one. For me as a player, especially in these unsteady times, Camogie, in all its uniqueness, has the power to pull me out of the dark. It requires skills on many different levels from you as a player. And as someone who had never played a team sport before, it taught me to trust – in myself and other people because you are not alone on that pitch. You are part of a unit, a unit that wins together or loses together and goes on together.


Ammi Brenner beschreibt Gaelic Football (DE)

Wenn ich Freunden versuche zu erklären, wie Gaelic Football funktioniert, sage ich immer, dass es sich wie eine Mischung aus Volleyball, Basketball, Handball und Fußball anfühlt.

Der Ball sieht aus wie die alten beigen Volleybälle und der Handpass fühlt sich an wie der Aufschlag von unten im Volleyball. Das Soloing fühlt sich an wie im Basketball, da der Ball einmal auf den Boden geprellt werden kann, der einzige Unterschied im Vergleich zum Basketball ist nur, dass jedes zweite Prellen nicht auf den Boden, sondern auf deinen Fuß und von da zurück in deine Hände gehen muss.

The full match: All-Ireland Final in 2014. Ladies‘ Football of the highest standard – Cork v Dublin.

Das heißt du sprintest über das Feld, aber alle vier Schritte muss der Ball abwechselnd auf den Boden und dann auf deinen Fuß geprellt werden. Die zwei Techniken müssen abgewechselt werden, damit nicht zweimal hintereinander der Ball auf den Boden geprellt wird, denn das wäre sonst zu einfach. Was aber geht, dass der Ball beliebig oft hintereinander auf den Fuß geprellt wird. Wenn du den Ball in beiden Händen hälst, aber nicht rennst, hast du vier Schritte Zeit, bist du ihn passen oder prellen musst. Das fühlt sich ähnlich an wie der Sternschritt im Basketball oder Handball. Den Ball im Sprung in der Luft zu fangen erinnert mich ebenfalls an Basketball und Handball.

Das Rennen, Freilaufen, die Positionen und Strategien sind jedoch wieder ähnlich wie im Fußball. Ebenso ist das Schießen aus der Hand vergleichbar mit dem Abstoß des Torwarts im Fußball. Das einzige was anders ist im Vergleich zu allen genannten Sportarten ist der Körperkontakt und -einsatz. Ein deutlich stärkerer Körpereinsatz ist erlaubt, sodass es eher an Rugby oder American Football erinnern kann.

Das Spiel selbst ist ziemlich schnell und beinhaltet viele verschiedene Fertigkeiten, weshalb es mir auch so Spaß macht.  Ich liebe es, dass ich den Ball im Sprung in der Luft fangen kann, dann handpasse ich ihn weiter zu meinen Mitspieler*innen, schieße ihn auf die andere Seite des Feldes oder fange selbst an zu rennen und zu soloing solange, bis ich den Ball dann passe.

Highlights of Ireland international and former 1. FC Köln striker, Amber Barrett playing intercounty football for Donegal.

Für mich als Deutsche mit einem Volleyball- und Fußball-Hintergrund ist es nach wie vor beeindruckend wie schnell sich das Spiel ändert und wie wach man auf dem Spielfeld sein muss. Der Körperkontakt ist ebenfalls etwas, an das ich mich noch gewöhnen muss, aber nichts destotrotz genieße ich das wöchentliche Training bei den Cologne Celtics!


Ammi Brenner describes Gaelic Football (EN)

Always when I try to explain Gaelic Football to other Germans, I say it feels like a mixture of Volleyball, Basketball, Handball and Football.

The ball looks like an old leather volleyball from back in the days, and the hand pass feels similar to the underhand serve in volleyball. The soloing feels like basketball because you can bounce the ball on the ground back into your hands but the only difference with the soloing compared to basketball is that you have to kick the ball back into your hands instead of the second bounce.

A Lidl advertisement promoting Ladies‘ Football in Ireland

So you sprint but hop the ball every four steps, once on the ground, the other time onto your foot and back into your hands. This has to be mixed up so you never hop the ball onto the ground twice in a row because this would be too easy. But you can bounce the ball onto your foot („solo“) in a row as much as you want.

If you have the ball in both hands but you’re not running, you have four steps until you have to pass the ball or you start soloing. This feels similar to basketball or handball with the star step. Catching the ball high in the air is a move that reminds me of basketball and handball.

Lea, our club Ladies‘ Officer, playing Gaelic Football

The movement, possession game and strategies are similar to football, and the kicking is like the long-distance kick of a goalkeeper. The only thing different to all the named sports is the body contact. You’re allowed to go harder than in any of the named sports, so it’s more like the body contact in rugby or American football.

The game itself is super quick and includes many different skills, which is why I keep playing it. I love that you can catch the ball with your hands high up in the air, hand pass it on to another teammate, kick it further to the other side of the pitch, or you just start to run and solo as long as you can until you pass the ball on.

For me, as a German but with a background in football (soccer) and volleyball, it’s still impressive how quick the game changes and how awake your mind needs to be on the pitch. The body contact is also something I really need to get used to, but I enjoy the weekly training sessions with the Cologne Celtics anyway!


Thank you, ladies, for your very descriptive words regarding camogie and Gaelic football. If you have been intrigued by their words and would like to experience these games for yourself, please do not hesitate to contact us directly.

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